Wasserwacht OG Freystadt
Quelle: Neumarkter Nachrichten vom 14.08.2009

Junge Rüpel belästigten badende Seniorin


FREYSTADT (as) «Am Mittwoch Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr war ich wieder oben», erzählt sie. Neben ihr als einzigem erwachsenen Badegast lümmelten noch fünf Mädels und fünf Jungs herum. Sie seien etwa zwölf bis 14 Jahre alt, schätzt sie. Zunächst hätten die Jugendlichen ihr beim Schwimmen zugesehen, erzählt sie. Dann sei es losgegangen: Immer, wenn sie an den Rand des Gewässers schwamm, ließ sich ein Jugendlicher als «Bombe» direkt auf sie zu ins Wasser fallen. «Ich bin halt dann nicht mehr bis ganz hin geschwommen, um dem Ganzen aus dem Weg zu gehen.»

Daraufhin hätten die Jugendlichen angefangen, mit einem Fußball zu kicken und gezielt nach ihrem Kopf zu schießen. «Wäre ich getroffen und kurzzeitig bewusstlos geworden, wäre ich untergegangen», denkt die routinierte Schwimmerin mit Schrecken zurück. Sie habe den Ball schließlich zu fassen bekommen und ihn zu ihren Badesachen gelegt. Daraufhin sei die Gruppe losgestürmt und habe von ihr den Ball zurückgefordert. «Ich habe ihnen gesagt, wenn ich gehe, gebe ich den Ball zurück».

Ein ziemlich kräftiger Jugendlicher sei besonders aggressiv geworden mit seinen Sprüchen. Ein Mädchen habe ihn daraufhin aufgefordert, sich zurückzunehmen. «Ich hab nach seinem Namen gefragt. Den haben sie mir aber nicht verraten», sagt Erna P. Da hat sie Angst bekommen. Nicht einmal mehr in die Umkleidekabine habe sie sich getraut. Sie sei mit den nassen Badesachen in ihr Kleid geschlüpft und heim geradelt. Vorher habe sie den Ball noch zurückgegeben. «Einer hat sogar danke gesagt.» Das Geschehen hatte die Seniorin derart aufgewühlt, dass sie die halbe Nacht kein Auge zugebracht habe. Die Konsequenz für sie: «Die nächste Zeit werde ich nur noch in Begleitung ins Bad gehen.»

Freystadts Bürgermeister Willibald Gailler zeigt sich überrascht über den Vorfall am helllichten Tag. «So etwas hatten wir bisher noch nicht.» Man müsse der Geschichte nachgehen, die Jugendlichen ausfindig machen und mit ihnen ein ernstes Wort reden. Außerdem bittet er, künftig derartige Belästigungen unverzüglich bei ihm zu melden.

Josef Haas, der lange Jahre der Wasserwacht Freystadt vorstand, die den Badebetrieb ehrenamtlich mitbetreut, ist entsetzt. «Das kann nicht sein, dass ältere Leute, die schwimmen wollen, so belästigt werden». An den Wochenenden seien Mitglieder des Vereins da, um nach dem Rechten zu sehen. Unter der Woche sei das nicht möglich, weil die meisten berufstätig seien. Er selbst mache jeden Morgen gegen fünf Uhr einen Rundgang durch die Einrichtung, räume Hinterlassenschaften der Besucher auf.

Erst gestern hat er auf dem Parkplatz jede Menge Sekt- und Schnapsflaschen weggeräumt. «Da muss nachts ein Saufgelage gewesen sein», vermutet er und lässt seinem Ärger freien Lauf: Schon seit Wochen seien die öffentlich zugänglichen Toiletten im Wasserwachtshaus morgens dermaßen versaut, dass das Reinigen schon «sehr viel Überwindung» kostet.



Quelle: "www.neumarktonline.de"

Die Wasserqualität im Landkreis ist in Ordnung


Bademeister Thomas Blank und Hygienekontrolleur Karl-Heinz Oppolzer vom Gesundheitsamt bei der Probenahme im Freibad in Neumarkt. Aufwändige Technik und Filtersysteme reinigen das Wasser in den Freibädern im Landkreis. In den Baggerseen macht's die Natur.

Das Gesundheitsamt nimmt zum Beispiel auch im beliebten Bögl-Weiher in Greißelbach regelmäßig Wasserproben. Insgesamt konnte die Behörde am Mittwoch bestätigen: "Die Wasserqualität ist in Ordnung".

"Baden macht Spaß und ist auch gesund", heißt es vom Gesundheitsamt. Derzeit erleben alle Bäder einen hohen Besucheransturm. Immer mit dabei sind aber Schmutz, Sonnencremerückstände, Schweiß, Urin und Hautpartikel, die von "Duschmuffeln" ins Badewasser eingetragen werden. Mit viel Aufwand und chemischen Substanzen müssen diese Verunreinigungen wieder entfernt werden. Wer vor dem Sprung ins Nass nicht duscht, belastet das Wasser bis zu 60 Mal stärker mit Keimen als reinliche Zeitgenossen, erklärte das Gesundheitsamt.

Der Gesetzgeber stellt hohe Anforderungen an die Qualität der Badegewässer. Durch das Gesundheitsamt wurden in den vergangenen Wochen die Bäder im Landkreis überprüft und entsprechende Wasserproben entnommen.

In den Freibädern Berching, Breitenbrunn, Dietfurt, Großbissendorf, Mörsdorf, Neumarkt und Parsberg sorgen die Schwimmmeister für unbelastetes Wasser. Täglich füllen sie bis zu 30 Liter frisches Wasser pro Gast in die Becken nach, an sehr heißen Tagen auch mehr. Aufwändige Technik und Filtersysteme reinigen das Wasser von Rückständen und gegen die Keime wird zum Beispiel Chlor eingesetzt.

Mehrmals täglich wird die Badewasserqualität von den Bademeistern getestet. Beauftragte Labore führen in regelmäßigen Abständen Wasseruntersuchungen durch.

Völlig ohne Chemie werden die sogenannten Naturbäder in Altenveldorf, Freystadt und Postbauer-Heng betrieben. Sie werden mit Grundwasser von Brunnen- oder Quellzuläufen fortlaufend gespeist. Durch die deutlich niedrigere Wassertemperatur wird auch der Vermehrung von Keimen Einhalt geboten.

Zu den Besuchermagneten dürfte auch heuer wieder der Bögl-Baggersee in Greißelbach zählen. Er ist zwar kein offizielles Badegewässer, trotzdem wird auch hier die Wasserqualität vorsorglich durch das Gesundheitsamt überprüft. Das Baden findet hier aber auf eigenes Risiko statt, hieß es vom Gesundheitsamt. Entsprechende Einrichtungen wie WC-Anlagen, Duschen und Rettungsgeräte seien nicht vorhanden.
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